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Mit der XREAL 1S verfolgt XREAL einen ungewöhnlichen Ansatz: Statt jedes Jahr eine komplett neue Produktlinie zu starten, übernimmt die 1S zentrale Technologien der teureren One-Serie — vor allem den X1 Spatial Chip — und macht sie günstiger zugänglich. Wer die Vorgänger kennt, findet den direkten Vergleich in unserem XREAL Air 2 Pro Review und im ausführlichen XREAL 1S Test.
Kurzfazit
Die XREAL 1S definiert sich weniger über Marketingversprechen als über spürbare Alltagsverbesserungen: ruhigeres Bild, geringere Latenz und eine ausgereiftere Nutzererfahrung. Der X1 Spatial Chip berechnet räumliche Funktionen direkt in der Brille, senkt die Motion-to-Photon-Latenz auf rund 3 ms und hält virtuelle Bildschirme beim Kopfbewegen deutlich stabiler.
Das Sony-Micro-OLED-Display (1200p, 120 Hz, 52° Sichtfeld, bis 700 nits) gehört erneut zur Spitze der Klasse — ideal für Streaming, Gaming und mobiles Arbeiten.
Schwächen: kein Standalone-Gerät, Abhängigkeit vom Host per USB-C, leichte Wärme an der Stirn bei langen 3D-Sessions sowie Reflexionen in sehr heller Umgebung.
Bewertung nach Smartglasses-Test.de
| Kategorie | Bewertung |
|---|---|
| Design & Tragekomfort | 9,5 / 10 |
| Features & Software | 9,6 / 10 |
| Akku* | 9,0 / 10 |
| Preis-Leistung | 9,4 / 10 |
| Alltag & Einsatzprofil | 9,7 / 10 |
*Kein integrierter Akku — Bewertung basiert auf Verbrauch und Nutzung mit kompatiblen Geräten.
Gesamtbewertung: 9,4 / 10
Warum gibt es die XREAL 1S?
Die One-Serie hat gezeigt: Nutzer zahlen für integrierten Spatial-Prozessor, stabilere virtuelle Monitore und bessere Software. Der Einstiegspreis blieb für viele hoch.
Die XREAL 1S schließt diese Lücke — nicht als billiges Abgespecktes, sondern als Technologie-Transfer aus der One-Linie zum niedrigeren Preis. Damit ist sie mehr als ein Air-Nachfolger: aktuell eines der interessantesten Preis-Leistungs-Angebote unter 500 €.
Design & Tragekomfort
Optisch bleibt XREAL bei der zurückhaltenden Sonnenbrillen-Ästhetik — unauffällig im Zug, Café oder Hotel. Mit 82 g etwas schwerer als manche Konkurrenz, aber überarbeitete Feder-Scharniere, verstellbare Bügel und medizinische Silikon-Nasenpads sorgen für angenehmen Sitz auch über längere Zeit.
Positiv hervorgehoben wird die automatische elektrochrome Verdunkelung: Beim Blick auf Tastatur oder Smartphone werden die Gläser transparenter, beim Zurückkehren zum virtuellen Bildschirm dunkler — ohne manuelles Cover.
Einige Langzeitnutzer berichten von leichter Wärme im Stirnbereich bei intensiven 3D-Sessions; funktional stört das selten, fällt aber auf.
Display & Bildqualität
Entscheidend ist nicht nur die Auflösung, sondern das Zusammenspiel aus Panel, Optik, Stabilisierung und Software. Hier trennt sich die 1S von klassischen USB-C-Monitorbrillen.
Sony Micro-OLED
Tiefe Schwarztöne, hoher Kontrast, feine Pixeldichte — Filme, Spiele und Text wirken hochwertig. Nachtszenen, Neon und Weltraum profitieren sichtbar; Farben bleiben kräftig ohne unnatürliche Übersättigung.
52° Sichtfeld & 120 Hz
Das erweiterte Sichtfeld wirkt im Alltag größer als auf dem Datenblatt — der virtuelle Screen erscheint immersiver. 120 Hz spürt man bei schnellen Kamerafahrten in Shootern, Rennspielen und beim Scrollen; das Bild reagiert unmittelbar.
Helligkeit & Sweet Spot
Bis 700 nits reichen für Innenräume, Büros und Züge. Direktes Sonnenlicht bleibt — wie bei Birdbath-Optik üblich — eine Herausforderung; die elektrochrome Dimmung hilft, ersetzt aber keine Vollabdunklung.
Der Sweet Spot wirkt homogener als bei älteren Air-Modellen; Randschärfe und Textlesbarkeit profitieren. Individuelle Nasenpad-Einstellung lohnt sich weiterhin.
Gaming: Steam Deck, ROG Ally & Co.
Moderne Handhelds liefern Leistung — ihre Displays bleiben klein. Die XREAL 1S projiziert ein virtuelles Großbild mit hoher Schärfe und niedriger Latenz; der X1-Chip hält das Bild stabil, wenn der Kopf leicht mitbewegt wird.
Steam Deck: Per USB-C oft plug-and-play — eine der überzeugendsten Kombinationen der Klasse. RPGs, Open World und Rennspiele profitieren sichtbar.
ROG Ally & Legion Go: Höhere Grafikdetails vom Handheld, flüssige 120-Hz-Darstellung auf dem virtuellen Screen — besonders bei Simulationen und Action-Adventures.
Mehr AR-Modelle für Gaming findest du im AR-Brille-Ratgeber und in der Top-10-Vergleichstabelle.
Produktivität: Laptop-Ersatz?
Die 1S adressiert kleine Notebook-Displays unterwegs: Ein virtueller Monitor in mehreren Metern Entfernung entspannt Lesen, Tabellen und Browser-Arbeit.
macOS: Brille wird als externes Display erkannt; mit XREAL-Software kommen räumliche Fenster und Modi dazu.
Windows: USB-C mit DisplayPort funktioniert meist sofort — ideal für Reisen und Coworking.
Für acht Stunden Vollzeit-Entwicklung mit fünf Fenstern ersetzt sie keinen Desktop. Für gelegentliches mobile Arbeiten, E-Mails und Code-Review ist sie sehr gut geeignet.
Software & X1 Spatial Chip
Die größte Neuerung ist nicht das Panel, sondern der XREAL X1 Spatial Chip. Frühere USB-C-Brillen ließen räumliche Berechnung fast vollständig dem Host — virtuelle Screens „schwammen“ stärker mit.
Die 1S berechnet Kopfbewegungen in der Brille (~3 ms Motion-to-Photon). Ergebnis: ruhigere, verankerte Displays, weniger Ermüdung bei langen Sessions und flexiblere Modi (fix im Raum, mitbewegt, verschiedene Größen).
Alltag: Reisen, Pendeln, Sofa
Flug & Hotel: Smartphone oder Steam Deck in der Hand, großes privates Bild — ohne Sitznachbarn zu stören. Viele Nutzer streamen lieber über die Brille als über langsame Hotel-TVs.
Pendeln: Wenig Platz, schnelles Aufsetzen, diskretes Seherlebnis.
Zuhause: Auf dem Sofa ersetzt die Brille für manche den Fernseher — privates Kino ohne Raum abdunkeln zu müssen.
Langzeit: Was die Community lobt
- Bildstabilität durch X1-Chip — häufig genannter Pluspunkt gegenüber Air-Generationen
- Kompatibilität mit Steam Deck, MacBook, Windows, ROG Ally, Smartphones
- Verarbeitung — stabile Scharniere, hochwertiger Gesamteindruck nach Wochen
Kritikpunkte
- Kein Standalone — immer Host-Gerät nötig
- Reflexionen bei sehr heller Umgebung (typisch Birdbath)
- Preis bleibt hoch für Gelegenheitsnutzer
XREAL 1S vs. Rokid Max 2 vs. Viture
Rund 500 € führt fast immer zu drei Richtungen: XREAL 1S, Rokid Max 2 oder Premium-XR wie Viture One (Nachfolgerlinie „Beast“ noch nicht bei uns im Test).
| Kategorie | XREAL 1S | Rokid Max 2 | Viture One |
|---|---|---|---|
| Display | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Gaming | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Produktivität | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐☆ | ⭐⭐⭐⭐☆ |
| Filme | ⭐⭐⭐⭐☆ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Tragekomfort | ⭐⭐⭐⭐☆ | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐☆ |
| Software | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐☆ | ⭐⭐⭐⭐☆ |
| Preis-Leistung | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐☆ | ⭐⭐⭐⭐☆ |
Kurz: XREAL 1S für stabile Darstellung und Software; Rokid Max 2 für Entertainment und integrierten Dioptrienausgleich; Viture für Zubehör-Ökosystem und Entertainment-Fokus.
Kaufberatung
Kaufen, wenn …
- du regelmäßig mit Steam Deck, ROG Ally oder Legion Go spielst
- du unterwegs einen großen virtuellen Bildschirm für Filme oder Serien willst
- du zwischen MacBook, Windows und Smartphone wechselst
- dir stabile Darstellung wichtiger ist als maximale Zusatzfunktionen
- du schnell loslegen willst — ohne lange Einrichtung
Eher nicht, wenn …
- du ein vollständig eigenständiges Gerät ohne Host erwartest
- du hauptsächlich bei direkter Sonne arbeiten willst
- du ein VR-Headset für immersive Spiele suchst
- du die Brille nur selten nutzt und den Preis sparen willst
Technische Daten
| Merkmal | XREAL 1S |
|---|---|
| Display | Sony Micro-OLED |
| Auflösung | 1.920 × 1.080 pro Auge |
| Bildwiederholrate | bis 120 Hz |
| Sichtfeld | 52° |
| Helligkeit | bis 700 nits |
| Gewicht | ca. 82 g |
| Audio | Offene Lautsprecher |
| Prozessor | XREAL X1 Spatial Chip |
| Anschluss | USB-C (DisplayPort Alt Mode) |
| Kompatibilität | Windows, macOS, Android, Steam Deck, ROG Ally, Legion Go |
FAQ
Ist die XREAL 1S besser als die Rokid Max 2?
Für produktives Arbeiten und Software ja. Für reines Entertainment punktet die Rokid Max 2 mit Dioptrienausgleich und unkomplizierter Plug-and-Play-Nutzung.
Kann ich die XREAL 1S ohne Smartphone nutzen?
Nein. Ein kompatibles Zuspielgerät — Notebook, Handheld oder Smartphone — ist nötig.
Funktioniert die XREAL 1S mit dem Steam Deck?
Ja. Per USB-C, in vielen Fällen ohne Treiber — eine der beliebtesten Kombinationen.
Ist die XREAL 1S für Brillenträger geeignet?
Je nach Sehschwäche sind Korrektureinsätze nötig. Anders als die Rokid Max 2 gibt es keinen integrierten Dioptrienausgleich.
Lohnt sich das Upgrade von der XREAL Air 2 Pro?
Wer primär Filme schaut, empfindet den Sprung als moderat. Wer arbeitet oder spielt, profitiert deutlich vom X1-Chip und der stabileren Darstellung — siehe Air 2 Pro Review zum direkten Vergleich.
Fazit
Mit der XREAL 1S gelingt XREAL, eine Serie sinnvoll weiterzuentwickeln, ohne sie unnötig komplex zu machen. Der X1 Spatial Chip ist die eigentliche Revolution — nicht noch mehr Pixel auf dem Datenblatt. Zusammen mit Micro-OLED, 120 Hz und breiter Kompatibilität entsteht ein ausgewogenes Paket für Gaming, Streaming und mobiles Arbeiten.
Die 1S ersetzt weder einen Desktop-Monitor noch ein MR-Headset wie die Apple Vision Pro. Als mobiler Großbildschirm gehört sie derzeit zu den besten AR-Brillen unter 500 €.
Unsere Gesamtbewertung: 9,4 / 10
