Snap hat über elf Jahre und drei Milliarden Dollar in AR-Brillen investiert. Jetzt kommt endlich ein Produkt das normale Menschen kaufen können — nicht nur Entwickler.
Von Spectacles zu Specs
Die Geschichte der Snap AR-Brillen ist lang. Seit 2016 hat Snap verschiedene Generationen seiner Spectacles veröffentlicht — von einfachen Kamerabrillen bis zur Spectacles 5 (2024), die echte AR mit durchsichtigen Linsen bot. Das Problem: Spectacles 5 war ausschließlich für Entwickler — für 99 Dollar pro Monat im Leasing.
Die neue Generation heißt jetzt einfach Specs — und soll erstmals für alle Verbraucher erhältlich sein. Leichter, dünner, günstiger als der Vorgänger. Ein genaues Datum und einen Preis hat Snap noch nicht genannt, der Launch ist für Ende 2026 geplant.
Echte AR — kein Display-Trick
Der wichtigste Unterschied zu KI-Brillen wie Ray-Ban Meta: Die Specs haben echte AR mit durchsichtigen Linsen. Digitale Inhalte werden direkt in die reale Welt eingeblendet — Navigation als Pfeil im Sichtfeld, Übersetzungen von Schildern direkt vor deinen Augen, AR-Objekte die im echten Raum stehen.
Das ist eine andere Kategorie als die Ray-Ban Meta die nur über Lautsprecher kommuniziert. Und auch eine andere als XR-Monitorbrillen wie XREAL die ein großes privates Display zeigen. Specs will echte Mixed Reality im Alltag — ähnlich wie Even Realities G2 oder Meta Ray-Ban Display, aber mit dem gesamten Snap-Ökosystem dahinter.
Snapdragon XR und Gemini KI
Snap hat eine mehrjährige Partnerschaft mit Qualcomm bestätigt: Künftige Specs-Generationen laufen auf Snapdragon XR Chips. Das sorgt für On-Device KI — keine Cloud-Abhängigkeit für die wichtigsten Funktionen, besserer Datenschutz, schnellere Reaktionen.
Google Gemini ist tief integriert: Umgebungserkennung, Echtzeit-Übersetzung in über 40 Sprachen, KI-Assistenz direkt im Sichtfeld. Wer Gemini bereits vom Smartphone kennt bekommt es jetzt in die Brille.
Das größte AR-Ökosystem der Welt
Snaps größter Vorteil gegenüber allen anderen AR-Brillen: das bestehende Entwickler-Ökosystem. Über 400.000 Entwickler haben bereits mehr als 4 Millionen Lenses für Snap OS gebaut. Täglich interagieren Nutzer 8 Milliarden Mal mit AR-Linsen in der Snapchat-Kamera.
Das bedeutet: Wenn die Specs erscheint gibt es vom ersten Tag an tausende AR-Anwendungen. Übersetzungs-Apps wie Super Travel, Lern-Apps wie Paradiddle für Schlagzeug, Koch-Assistenten wie Cookmate — und vieles mehr das Entwickler noch bis zum Launch bauen.
Was noch offen ist
Preis, genaues Erscheinungsdatum und ob Deutschland zum Launch dabei ist — alles noch unbekannt. Die Spectacles 5 kostete 99 Dollar pro Monat Leasing, was für ein Consumer-Produkt zu viel war. Snap muss beim Preis deutlich besser werden um wirklich den Massenmarkt zu erreichen.
Wer die Specs im Blick behalten will sollte unsere Seite bookmarken — wir aktualisieren sobald Snap weitere Details bekannt gibt.
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