Samsung plant smarte Brillen — aber welche lohnt sich?
Samsung hat auf seinem letzten Quartals-Call zwei smarte Brillen angekündigt. Das klingt nach guten Nachrichten für alle, die auf eine Alternative zu Meta Ray-Ban oder XREAL warten. Wer genauer hinhört, merkt aber: Die zwei Modelle sind sehr unterschiedlich — und eines davon hat ein hausgemachtes Problem.
Modell 1: Die unauffällige KI-Brille (noch 2026)
Das erste Modell, intern „Jinju" genannt, kommt voraussichtlich noch in diesem Jahr. Es hat kein Display im Glas — stattdessen eine 12-Megapixel-Kamera, integrierte Lautsprecher und einen Sprachassistenten. Optisch erinnert es stark an die Ray-Ban Meta: leicht, unauffällig, alltagstauglich. Der Preis soll zwischen rund 350 und 500 Euro liegen.
Für wen ist das interessant? Wer schon jetzt eine KI-Brille ohne großes Display sucht, hat mit der Ray-Ban Meta bereits eine ausgereifte Option. Die Samsung-Variante könnte durch die Galaxy-Anbindung punkten — wie gut das in der Praxis klappt, bleibt abzuwarten.
Modell 2: Die AR-Brille mit Display (2027)
Das zweite Modell, intern „Haean", ist das eigentlich spannende Gerät: ein Display direkt im Brillenglas, das Informationen in Ihr Sichtfeld einblendet — Navigation, Nachrichten, Kalender. Preisspanne laut Berichten: 600 bis 900 Euro. Geplanter Start: 2027.
Das ist der Typ Brille, auf den viele warten — echte Informationen im Glas, ohne ein Headset aufsetzen zu müssen. Vergleichbare Ansätze gibt es bereits bei der Even Realities G2, die aber in einem anderen Preissegment liegt.
Das Problem: Samsung warnt selbst vor dem Problem
Auf demselben Call, auf dem die Brillen angekündigt wurden, warnte Samsung gleichzeitig vor einer Speicherknappheit für 2027. KI-Geräte brauchen viel RAM — und genau dieser wird 2027 laut Samsung knapper und teurer.
Samsung ist gleichzeitig einer der weltgrößten Speicherhersteller und baut ein Produkt, das auf diesen Speicher angewiesen ist. Das ist kein Drama, aber ein Risiko: höhere Produktionskosten können den Endpreis treiben oder den Start verzögern.
Was bedeutet das für Kaufinteressierte?
Wer jetzt eine smarte Brille kaufen möchte, muss nicht auf Samsung warten. Die Modelle in unserem Vergleich sind bereits verfügbar — von der Ray-Ban Meta als günstigem Einstieg bis zur Even Realities G2 für dezente Infos im Glas.
Wer explizit auf ein Samsung-Ökosystem setzt und Zeit hat, kann „Haean" im Blick behalten. Für alle anderen gilt: Der Markt 2026 bietet bereits ausgereifte Optionen.
Quelle: Earnings Call Samsung Q1 2026, Berichte via Android Headlines / OnLeaks